Imkerverein - Egling/Thanning
               Verband bayerischer Bienenzüchter e.V. Ortsverein Thanning

Wir tun was! 

... für die Betäubung aller Blütenpflanzen! 

... für gesunde Bienen!

Am Wochenende 22.-24. August 2025 fand zum ersten Mal eine gemeinsame Auszählung der Brutwaben im Rahmen des Varroatoleranz 2033-Projektes statt. 


Unser Verein engagiert sich mit beim Projekt Varroa 2033. Gemeinsam mit dem Geretsrieder Imkerverein, der dafür dankenswerter Weise den Lehrbienenstand zur Verfügung stellte, traf sich eine kleine Gruppe, um den erfahrenen Varroa-resistenz-Züchter Franz Robeller, um ihn bei der Varroatoleranzzucht zu unterstützen. 

Zunächst fand am Freitagabend eine Einführung in das Projekt statt. Die Varroamilbe ist, neben der asiatischen Hornisse, noch die größte Gefahr für unsere einheimische Honigbiene, denn mit ihr kommen andere Viren in die Bienenvölker, die dann zu großen Winterverlusten führen können. 

Lange Zeit bekämpfte man die Milbe chemisch, dann immer mehr auch biochemisch und seit einigen Jahren haben sich viele Verbände, Institute und Imker (u.a. GdeB, D.I.B, DBIB, agt, VBC und Bundesverband Dunkle Biene Deutschland) zusammengetan und haben 2022 das Projekt „Varroa 2033“ ins Leben gerufen. 

Die dazugehörenden wissenschaftlichen Grundlagen für die Varroaresistenzzucht wurden aber bereits zwischen 1996 und 2006 an der USDA in USA gelegt und seitdem haben sich weltweit einzelne Züchter mit Varroaresistenzzucht beschäftigt. 

Unter dieser Schirmherrschaft und besonders unterstützt vom Verband Buckfast Süd e.V. werden Bienenvölker gesucht und gezielt weitervermehrt, die besondere Eigenschaften haben, um die Milbe und die damit verbundenen Krankheiten unter Kontrolle zu halten. Der Vererbungsgang dieser Eigenschaften ist vielschichtig und immer noch nicht ganz geklärt, aber die Bienenvölker zeigen was sie können und nur von den gesündesten wird dann weitergezogen.
Um nun zu sehen welche Königin die entsprechenden Erbeigenschaften hat, werden kleine Versuchsvölker in sog. Miniplus-Beuten untersucht. Zu Beginn der Untersuchung werden in die Völker 100-150 Milben gezielt eingesetzt, die Völkchen werden „infiziert“ und dann nach einer definierten Zeit geschaut, wie die Milben sich vermehrt haben. "Geschaut" heißt, dass unter einem Mikroskop die Brutzellen geöffnet werden und jede geöffnete Zelle wird untersucht, ob und wenn ja, wie gut sich die Milben in der Bienenbrut vermehrt haben. Um vergleichbare Aussagen zu treffen, wurde dazu zunächst eine ausführliche Schulung am Freitagabend durchgeführt. 

Am Samstag wurde dann in die Praxis gegangen. Stundenlang wurde hochkonzentriert in die Mikroskope geschaut, bei Unsicherheiten wurde gleich das Wissen des Experten angefragt. Im Laufe des Tages kamen Fragen aber immer seltener auf, denn die Erfahrung stieg. In der Regel herrschte unglaublich konzentrierte Stimmung am Lehrbienenstand. 

Um so entspannter und sehr spannend war dann der Austausch beim Mittagessen – bei Pizza für alle! 

Am Abend waren dann die mitgebrachten Zuchtvölkchen ausgewertet. Zwei/Drei sehr gute Kandidaten und auch ein paar gute Kandidaten haben sich dabei herauskristallisiert. Mit diesen Zuchtvölkchen kann nun nächstes Jahr weiter gearbeitete werden. 

Für die Beteiligten steht fest: es war superspannend, alle haben sehr viel gelernt. Wie ein Helfer bemerkte:"es ist echte Sklavenarbeit!“; aber alle waren sich einig, dass sie nächstes Jahr wieder dabei sein werden. 

Es ist tatsächlich eine sehr anstrengende, konzentrierte Arbeit und deshalb braucht es die Gemeinschaft! Ein einzelner Züchter kann diesen Aufwand gar nicht leisten. Gemeinsam ist eine varroaresistente/varroatolerante Biene bis 2033 aber ein sehr realistisches Ziel. Vielleicht noch nicht in der Breite/Fläche, aber an immer mehr Orten. Jeder Imker könnte an solchen Projekten teilnehmen, nur wenn viele am gleichen Strang ziehen, kommt der Erfolg. 

Sie möchten das Projekt auch unterstützen? Schauen Sie gerne unter "Den Bienen helfen!" wie das gehen könnte!